Forchtenberg - Geburtsort von Sophie Scholl

Angeregt durch die Fernsehsendung "In der Heimat von Hans und Sophie Scholl - Von Forchtenberg nach Künzelsau" aus der Reihe "Fahr mal hin" besuchten wir im Juli 2007 die Stadt Forchtenberg im Landkreis Hohenlohe. Die Stadt liegt malerisch am Fluss Kocher, an einem Abschnitt des Kocher-Jagst-Radwegs. Es lohnt sich ein Bummel entlang der Stadtmauer und durch die engen Gassen der Stadt bis zur Burgruine aus dem 13. Jahrhundert.

Sophie Scholl wuchs zusammen mit ihren Geschwistern Inge, Hans, Elisabeth und Werner bis 1930 in Forchtenberg, von 1930-1932 in Ludwigsburg und ab 1932 dann in Ulm auf. Die späteren Mitglieder der Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" verlebten ihre Kindheit in Forchtenberg. Immer wieder machte die Familie Ausflüge in die Oberamtsstadt Künzelsau.

Vater Robert Scholl hatte 1917 die Stelle des Bürgermeisters in der Doppelgemeinde Ingersheim-Altomünster übernommen. Beides sind heute Stadtteile von Crailsheim. Dort wurden am 11. August 1917 Tochter Inge und am 22. September 1918 Sohn Hans Scholl geboren. 
Von 1920 an wirkte der Vater als Bürgermeister in Forchtenberg am Kocher, wo am 27. Februar 1920 Elisabeth, am 9. Mai 1921 Sophie und am 13. November 1922 der jüngste Sohn Werner geboren wurden.

Nach Ablauf der Amtszeit in Forchtenberg zog die Familie Scholl 1930 zunächst nach Ludwigsburg und 1932 nach Ulm, wo Robert Scholl (1891 - 1973) als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer arbeitete. Die Mutter Magdalene Scholl (1881 - 1958) engagierte sich in Ulm zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Mutter in der evangelischen Münstergemeinde, nach Kriegsende war sie Schirmherrin der Hoover-Stiftung/Schulspeisung in Ulm.

In Forchtenberg erinnert der "Hans und Sophie Scholl-Pfad" an die Kindheitserlebnisse der Geschwister. Der beschilderte Weg wurde 2006 zum 85. Geburtstag von Sophie Scholl eröffnet und ist der erste seiner Art.

 

In diesem Haus wurde Sophie Scholl am 9. Mai 1921 geboren. Hier im Rathaus verlebten die Geschwister viele Jahre ihrer Kindheit.

Gedenkplakette am Forchtenberger Rathaus

Über den Dächern der historischen Stadt erhebt sich die evangelische Michaelskirche. Hier wurde Sophie Scholl am 10. Juli 1921 von Pfarrer Wilhelm Hornberger getauft. Die Scholl-Kinder gingen regelmäßig in das sog. "Kinderkirchle" nach dem Hauptgottesdienst.

Die Kirchenstiege: Im Winter war dieser steile Bergweg bei Eis und Schnee ein beliebter Schlittenweg. "Hier rasten auch die Scholl-Kinder halsbrecherisch bis zum Milchhäusle am Kocher.", erzählte Elisabeth Hartnagel, geb. Scholl.

Zwischen der Kirche und der Schlossruine lag der verwilderte Pfarrgarten. Familie Scholl war mit dem Pfarrerehepaar befreundet und so wurde die Wäsche im Pfarrgarten aufgehängt und die Scholl-Kinder spielten mit den Pfarrerskindern.

Auf den Lebensspuren der Geschwister Scholl durch den Ort sind weiße Rosen als Symbol der Erinnerung gepflanzt worden. Die Neuzüchtung durch Scholle / Schultheis wurde im Jahre 2005 auf den Namen "Sophie Scholl" getauft.

Beim Kocher-Wehr vor der Stadtmauer war ein beliebter Schwimmplatz. Mit sechs Jahren lernte Sophie mit ihrer Schwester Inge schwimmen und durchquerte den Kocher. Im Winter 1928/29 war Hans Scholl im Eis eingebrochen und wurde von einem beherzten Forchtenberger gerettet.

Im "Würzburger Tor", einem ehemaligen Stadttor von Forchtenberg, befindet sich im Atelier von Renate S. Deck seit April 2004 ein kleine Ausstellung zur Weißen Rose.

Öffnungszeiten: März bis Oktober, Mittwochs 1518 Uhr

Hauptstraße im mittelalterlichen Kern 
der Stadt Forchtenberg

 

Bereits im 13. Jahrhundert war der Weinbau in Forchtenberg sehr verbreitet.


Text und Fotos: W. Steffen, Juli 2007

Quellen:
- Flyer "Hans und Sophie Scholl-Pfad" der Stadt Forchtenberg
- Internetseite der Stadt Forchtenberg: www.forchtenberg.de

 

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